Datenhoheit ist nicht dasselbe wie Datenkontrolle

Mehr als 8.500 Verwaltungssysteme europäischer Energieanlagen sind öffentlich im Internet erreichbar. Tim Stephan Schulze kommentiert den Bericht von heise online vom 9. Oktober 2026.
Mann mit Kopfhörern arbeitet zufrieden am Computer

Wem gehören Ihre Daten – und wer hat tatsächlich Zugriff darauf? Tim Stephan Schulze erklärt, warum Unternehmen trotz Cloud, Backups und Datenschutz im Ernstfall ihre digitale Handlungsfähigkeit verlieren können.

Unternehmen vertrauen auf Cloud-Dienste, Datensicherungen und vertraglich geregelten Datenschutz. Doch was passiert, wenn der Dienstleister ausfällt, Zugänge gesperrt werden oder wichtige Systeme nicht mehr erreichbar sind?

„Das Risiko verlagert sich ja in dem Kontext nur“, erklärt Tim Stephan Schulze, Geschäftsführer von OIT.One, im Wirtschafts- und Energiepodcast Nöding & Voges: Watt ’ne Law. Gemeinsam mit einem IT-Sicherheitsexperten und einem Cyberrechtsanwalt diskutiert er dort über die Risiken digitaler Abhängigkeiten.

Wer seine IT auslagert, behält möglicherweise die rechtliche Hoheit über seine Daten, gibt aber einen Teil der technischen Kontrolle ab. Ein Backup allein hilft wenig, wenn Anwendungen, Zugriffsrechte oder die notwendige Infrastruktur zur Wiederherstellung fehlen.

Gerade für mittelständische Unternehmen kann das existenzielle Folgen haben. Entscheidend ist deshalb nicht nur, wo Daten gespeichert werden, sondern ob ein Unternehmen auch bei Ausfällen oder Konflikten handlungsfähig bleibt.

Datenhoheit ist eine rechtliche Frage. Datenkontrolle ist eine technische. Digitale Souveränität braucht beides.

heise online

Tausende europäische Windanlagen und Solarparks offen im Internet
9. Oktober 2026.