Wenn die Cloud ausfällt: Wie abhängig sind deutsche Unternehmen von ihren IT-Dienstleistern?

Nach den jüngsten Störungen bei Microsoft und Google warnt IT-Unternehmer Schulze vor unterschätzten Cloud-Abhängigkeiten. Entscheidend sei, ob Unternehmen auch bei einem Ausfall ihrer IT-Dienstleister handlungsfähig bleiben.
Person hält Smartphone mit Podcast „WATT‘ne LAW“ auf dem Bildschirm, im Hintergrund ein Café-Tisch mit Tasse, Notizbuch und Stift.

Hamburg, 27. Oktober 2026. Innerhalb weniger Tage haben Störungen bei zwei großen Cloud-Anbietern die Risiken digitaler Abhängigkeiten verdeutlicht. Am 13. Oktober waren verschiedene Microsoft-365-Dienste in Deutschland und Großbritannien beeinträchtigt. Eine Woche später führte eine Störung der Google-Cloud-Infrastruktur in London zu Problemen bei digitalen Diensten mehrerer britischer Banken.

Für Tim Stephan Schulze, Geschäftsführer des Hamburger IT-Unternehmens OIT.One, zeigen solche Vorfälle ein grundsätzliches Problem: Unternehmen können ihre IT auslagern, nicht aber die Verantwortung für deren Verfügbarkeit.

„Das Risiko verlagert sich ja in dem Kontext nur“, erklärte Schulze im Podcast „Nöding & Voges: Watt ’ne Law“ zur Nutzung externer Cloud-Dienste.

Was passiert, wenn E-Mail und Cloud nicht erreichbar sind?

Wer geschäftskritische Anwendungen vollständig an einzelne Dienstleister bindet, muss auch deren Ausfall einkalkulieren. Schulze empfiehlt deshalb, bei der Anbieterauswahl nicht allein auf Kosten, Funktionen und Sicherheitsversprechen zu achten. Ebenso wichtig seien die Kontrolle über Daten und Zugriffsrechte sowie Möglichkeiten, bei Störungen auf alternative Systeme auszuweichen.

Besonders entscheidend ist die praktische Vorbereitung. Im Podcast plädierte Schulze dafür, Notfallszenarien tatsächlich durchzuspielen, statt entsprechende Pläne lediglich zu dokumentieren. Wie kommuniziert ein Unternehmen, wenn E-Mails ausfallen? Sind wichtige Daten unabhängig vom Cloud-Anbieter verfügbar? Welche Geschäftsprozesse können weiterlaufen?

Digitale Kontrolle ist Chefsache

Cloud-Dienste bieten erhebliche Vorteile, schaffen aber auch neue Abhängigkeiten. Für Schulze müssen Geschäftsführungen deshalb verstehen, welche betrieblichen Risiken mit ihrer IT-Architektur verbunden sind und wie sich diese begrenzen lassen.

Auch das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik empfiehlt, Cloud-Ausfälle in der Risikobetrachtung zu berücksichtigen und entsprechende Notfallstrategien vorzubereiten.

WATT`ne LAW -Podcast

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